Unterrichtsbaustein · Detail
Prompting: Fakten prüfen statt einfach glauben
Der Baustein entwickelt die Kompetenz, KI-Aussagen formal als Fakten oder Meinungen zu unterscheiden und Fakten konsequent mit Prüfansätzen zu versehen. Didaktisch zentral ist die Arbeit mit verbindlichen Ausgabeformaten, die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit sichern.
Einführung (Originalauszug)
Didaktische Einordnung
Fachliche Zielsetzung
Der Baustein führt eine klare Prompt-Struktur ein, mit der KI-Ausgaben in Fakten und Meinungen getrennt werden. Die zentrale Modellierungsleistung besteht darin, ein verbindliches Ausgabeformat festzulegen (Markierungspflicht pro Satz, feste Satzanzahl) und damit eine überprüfbare Textstruktur zu erzwingen. Durch die Zusatzregel „Prüfmöglichkeit bei [FAKT]“ wird der Übergang von Behauptung zu begründbarer Aussage methodisch abgesichert. Die Verbindung von Modell und Umsetzung zeigt sich darin, dass die formalen Regeln (Label, Klammerhinweis, Satzanzahl) unmittelbar das Antwortformat steuern und eine Auswertung nach Kriterien ermöglichen. So wird Informationsqualität als Bestandteil reflektierter KI-Nutzung operationalisiert.
Kompetenzentwicklung
- Prompts mit festen formalen Vorgaben erstellen (Satzanzahl, Markierungspflicht, Zusatzregel für Fakten)
- Aussagen als [FAKT] oder [MEINUNG] anhand sprachlicher Merkmale und Prüfbarkeit einordnen
- Prüfansätze für Fakten formulieren (z. B. Studie, Befragung, Messung) ohne Verweis auf Links
- Ergebnisformate kriteriengeleitet kontrollieren (Sind alle Sätze markiert? Entspricht die Einordnung der Aussageart?)
- Unklare oder scheinbar präzise Behauptungen kritisch prüfen und als Warnsignal erkennen (z. B. genaue Prozentangaben)
- Markierungen begründet korrigieren, wenn die Einstufung nicht geteilt wird
- Sprache so präzisieren, dass Überprüfbarkeit und Transparenz im Output nachvollziehbar werden
Didaktischer Mehrwert im Unterricht
- Strukturierte Progression durch wiederholte Anwendung derselben Prompt-Regeln auf unterschiedliche Behauptungen
- Klare Aufgabenstellung über einheitliche Formatvorgaben, die Vergleich und Kontrolle erleichtern
- Förderung systematischen Denkens durch Trennung, Klassifikation und begründete Korrektur von Aussagen
- Transparente Zielorientierung: Überprüfbarkeit ist als explizites Kriterium im Prompt verankert
- Unterstützung bei Differenzierung über die Komplexität der Ausgangsbehauptungen und die Tiefe der Prüfansätze
- Gute Anschlussfähigkeit an Themen wie Quellenkritik, Argumentationsanalyse und Urteilsbildung
Ablauf der Unterrichtseinheit
Experiment 1: Schokolade vor Klassenarbeiten
Dieser Schritt etabliert die Grundstruktur des Faktenchecks, indem eine alltagsnahe Behauptung in ein festes Satzformat mit [FAKT]/[MEINUNG]-Markierung überführt wird. Der didaktische Fokus liegt auf dem Ergänzen einer Prüfmöglichkeit bei Fakten, um Behauptungen unmittelbar an überprüfbare Kriterien zu binden.
- Didaktischer Schwerpunkt: Verbindliche Formatregeln für Trennung und Prüfbarkeit anwenden
- Typische Herausforderung: Meinungen werden fälschlich als Fakten markiert, ohne überprüfbaren Prüfweg
Experiment 2: Energy-Drink und Mathe-Note
Der Schritt verschärft die Kriterienarbeit, weil Wirkungsbehauptungen und Notenbezüge häufig nach „Fakt“ klingen, aber ohne Datenbasis nicht prüfbar sind. Didaktisch wird die Genauigkeit der Einordnung trainiert und die Qualität von Prüfansätzen (Messung, Vergleichsgruppe, Befragung) herausgearbeitet.
- Didaktischer Schwerpunkt: Prüfbarkeit von Wirkungszusammenhängen kritisch beurteilen
- Typische Herausforderung: Kausalität wird vorschnell behauptet, obwohl nur Vermutungen vorliegen
Experiment 3: Lernen mit Kopfhörern
Hier wird der Umgang mit subjektiven, vagen Begriffen (z. B. „episch genug“) in den Mittelpunkt gestellt. Der Schritt dient dazu, sprachliche Marker für Meinungsaussagen zu erkennen und die Grenzen faktischer Überprüfbarkeit bei wertenden Formulierungen zu klären.
- Didaktischer Schwerpunkt: Subjektive Kriterien identifizieren und als Meinungsanteile kennzeichnen
- Typische Herausforderung: Unschärfen werden übersehen, sodass Aussagen fälschlich als Fakten erscheinen
Experiment 4: Pflanzen im Klassenzimmer
Der Schritt fokussiert die kritische Bewertung scheinbar exakter Zahlenangaben, die ohne Kontext besonders plausibel wirken können. Didaktisch wird die Aufmerksamkeit auf Prüfbarkeit, Messdefinitionen und Datengrundlagen gelenkt, bevor eine Aussage als [FAKT] akzeptiert wird.
- Didaktischer Schwerpunkt: Präzisionssignale (Zahlenwerte) als Anlass für Prüfung nutzen
- Typische Herausforderung: Genauigkeit wird mit Wahrheit verwechselt, Prüfansätze bleiben zu allgemein
Experiment 5: Bunte Socken und Kreativität
Dieser Schritt kombiniert humorvolle Ausgangsbehauptungen mit der Forderung nach sauberer Trennung von Fakt und Meinung. Didaktisch wird geübt, dass auch spielerische Aussagen prüfbare Teilaspekte enthalten können, die jedoch klar ausgewiesen werden müssen.
- Didaktischer Schwerpunkt: Trennschärfe auch bei zugespitzten oder humorvollen Behauptungen sichern
- Typische Herausforderung: Übertreibungston führt zu pauschaler Einstufung, statt einzelne Aussagen zu prüfen
Arbeitsauftrag (Auszug)
2. Beginnen Sie jeden Satz mit [FAKT] oder [MEINUNG].
3. Ergänzen Sie bei [FAKT] direkt in Klammern eine Prüfmöglichkeit oder Herkunft der Information (ohne Links).
Beispiel (Ausschnitt)
Das Fragment ist didaktisch relevant, weil es die Markierungspflicht und die Prüfbarkeit bei Fakten als überprüfbares Ausgabeformat festschreibt.
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Hinweise für die Unterrichtspraxis
- Planen Sie eine kurze Auswertungsphase ein, in der Markierungen und Prüfansätze kriteriengeleitet überprüft und ggf. korrigiert werden.
- Differenzieren Sie über die Auswahl der Behauptungen (vage, kausal, zahlenbasiert) und über zusätzliche Anforderungen an die Prüfansätze.
- Sichern Sie Ergebnisse durch eine gemeinsame Checkliste (vollständige Markierung, stimmige Einstufung, konkrete Prüfmöglichkeit).
- Nutzen Sie Erweiterungen, indem einzelne Sätze ummarkiert und begründet werden oder alternative Prüfansätze gegenübergestellt werden.
- Knüpfen Sie an Themen wie Statistikverständnis (Zahlenkritik), Argumentationsanalyse und reflektierte Informationsbewertung an.
Die klare Aufgabenstruktur unterstützt eine zuverlässige Ergebnissicherung über Markierungen und Prüfansätze; Differenzierung ist über variierte Behauptungen und Erweiterungsaufträge möglich.
Fordern Sie einen Demo-Zugang an und erproben Sie den Baustein im eigenen Kurskontext, angepasst an Ihre Unterrichtsziele.