Unterrichtsbaustein · Detail
Prompting: Wortwahl steuert die Perspektive
Der Baustein entwickelt die Kompetenz, wie einzelne Schlüsselwörter die Perspektive und Tonalität von KI-Antworten steuern. Didaktisch relevant ist die systematische Analyse von Framing-Effekten durch kontrollierte Minimaländerungen.
Einführung (Originalauszug)
Didaktische Einordnung
Fachliche Zielsetzung
Der Baustein führt in das Konzept ein, dass Prompts nicht nur Inhalte anfordern, sondern durch einzelne Schlüsselwörter eine Perspektive und Tonalität festlegen. Gefordert ist eine kontrollierte Strukturierungsleistung: Prompts bleiben bis auf 1–2 Wörter konstant, um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge belastbar zu erkennen. Damit wird Framing als sprachliche Rahmung analysierbar, ohne dass der Inhalt oder das Format der Aufgabe variiert. Die Verbindung von Modell und Umsetzung zeigt sich darin, dass eine beabsichtigte „Haltung“ (z. B. neutral, kritisch, dramatisierend) explizit modelliert und anschließend im KI-Output überprüft wird. So entsteht ein nachvollziehbarer Abgleich zwischen intendierter Formulierung und tatsächlicher Auswirkung in der Antwort.
Kompetenzentwicklung
- Wirkung einzelner Schlüsselwörter auf Richtung, Ton und Schwerpunkt von Antworten systematisch untersuchen
- Prompts so stabil halten, dass Veränderungen eindeutig auf Wortwahl zurückführbar sind
- Unterschied zwischen neutraler Formulierung („über“) und richtungsgebender Formulierung („gegen“) fachlich begründen
- Tonsteuerung durch gezielte Adverbien/Zusatzwörter (z. B. „dramatisierend“, „beschwichtigend“) nachvollziehbar machen
- Einseitige Prompts durch minimale Wortänderungen in eine abwägende Form überführen
- Ergebnisse kriteriengeleitet vergleichen (Haltung, Wortwahl, Beispiele, Argumentationsrichtung)
- Formulierungen so präzisieren, dass gewünschte Perspektiven transparent und überprüfbar werden
Didaktischer Mehrwert im Unterricht
- Klare Progression von einfachen Wortänderungen hin zur bewussten Neutralisierung von Framing
- Eindeutige Aufgabenlogik durch kontrollierte Variablen (nur Wortwahl wird verändert)
- Förderung systematischen Vergleichens und begründeten Urteilens über sprachliche Steuerung
- Transparente Zielorientierung durch explizite Vorgaben zu Richtung und Ton
- Anknüpfung an argumentatives Schreiben und Kriterien der Sachlichkeit
- Unterstützung von Differenzierung über unterschiedlich anspruchsvolle Formulierungsvarianten und Vergleichsaufträge
Ablauf der Unterrichtseinheit
Wort-Experiment: Hausaufgaben, ein Wort verändert alles
In diesem Schritt wird ein konstanter Prompt-Rahmen vorgegeben, während gezielt ein einzelnes Wort zur Ton- oder Richtungssteuerung variiert wird. Der Vergleich der Outputs dient dazu, Framing-Effekte an Wortwahl, Beispielen und Stimmung nachvollziehbar zu identifizieren und zu beschreiben.
- Didaktischer Schwerpunkt: kontrolliertes Variieren eines Prompt-Parameters zur Wirkungsanalyse
- Typische Herausforderung: unbeabsichtigte Veränderungen am Prompt-Rahmen verfälschen den Vergleich
Negativen Prompt neutral machen: Handys in der Schule
Ausgehend von einer stark wertenden Ausgangsformulierung wird der Prompt durch Austausch weniger Schlüsselwörter in eine neutrale, abwägende Aufgabenstellung überführt. Didaktisch steht die bewusste Entschärfung von Ton und Richtung im Vordergrund, um faire Darstellung von Vor- und Nachteilen einzufordern.
- Didaktischer Schwerpunkt: Framing erkennen und durch minimale Wortänderungen neutralisieren
- Typische Herausforderung: starke Wertungen werden unterschätzt und bleiben implizit erhalten
Arbeitsauftrag (Auszug)
2. Vergleichen Sie anschließend, wie sich Wortwahl, Beispiele und Stimmung der Antworten verändern.
Beispiel (Ausschnitt)
Ein kompaktes Beispiel verdeutlicht die didaktisch zentrale Minimaländerung (ein Wort) bei ansonsten konstantem Prompt-Rahmen.
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Hinweise für die Unterrichtspraxis
- Planen Sie Zeit für einen strukturierten Vergleich ein (Markieren von Unterschieden in Haltung, Wortwahl und Beispielen).
- Differenzieren Sie über die Auswahl der Steuerwörter (z. B. neutral vs. wertend; Tonvarianten) und über zusätzliche Vergleichskriterien.
- Sichern Sie Ergebnisse über eine gemeinsame Kriterienliste (Richtung, Ton, Argumentationsmuster, Beispielwahl) und kurze Begründungen.
- Nutzen Sie Erweiterungen, indem weitere Themen mit identischer Prompt-Struktur untersucht oder weitere Neutralisierungen erprobt werden.
- Knüpfen Sie an Themen wie Argumentationslogik, sprachliche Bewertung, Quellenkritik und reflektierte KI-Nutzung an.
Die klare Aufgabenstruktur unterstützt die Unterrichtsorganisation und erleichtert die Ergebnissicherung über kriteriengeleitete Vergleiche; Differenzierung ist über Erweiterungsaufträge gut möglich.
Fordern Sie einen Demo-Zugang an und erproben Sie den Baustein im eigenen Kurskontext, angepasst an Ihre Unterrichtsziele.