Unterrichtsbaustein · Detail

Prompting: Wortwahl steuert die Perspektive

Der Baustein entwickelt die Kompetenz, wie einzelne Schlüsselwörter die Perspektive und Tonalität von KI-Antworten steuern. Didaktisch relevant ist die systematische Analyse von Framing-Effekten durch kontrollierte Minimaländerungen.

Zeit 15 min
Format Compact
Sprache Ai-Mode
Aufgaben 2

Einführung (Originalauszug)

Manchmal reicht ein einziges Wort, damit die KI anders klingt: neutral, begeistert oder ablehnend. Du machst die Aufgabe nicht komplizierter, sondern sagst klarer, welche Haltung du willst.

Didaktische Einordnung

Fachliche Zielsetzung

Der Baustein führt in das Konzept ein, dass Prompts nicht nur Inhalte anfordern, sondern durch einzelne Schlüsselwörter eine Perspektive und Tonalität festlegen. Gefordert ist eine kontrollierte Strukturierungsleistung: Prompts bleiben bis auf 1–2 Wörter konstant, um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge belastbar zu erkennen. Damit wird Framing als sprachliche Rahmung analysierbar, ohne dass der Inhalt oder das Format der Aufgabe variiert. Die Verbindung von Modell und Umsetzung zeigt sich darin, dass eine beabsichtigte „Haltung“ (z. B. neutral, kritisch, dramatisierend) explizit modelliert und anschließend im KI-Output überprüft wird. So entsteht ein nachvollziehbarer Abgleich zwischen intendierter Formulierung und tatsächlicher Auswirkung in der Antwort.

Kompetenzentwicklung

Didaktischer Mehrwert im Unterricht

Ablauf der Unterrichtseinheit

1

Wort-Experiment: Hausaufgaben, ein Wort verändert alles

In diesem Schritt wird ein konstanter Prompt-Rahmen vorgegeben, während gezielt ein einzelnes Wort zur Ton- oder Richtungssteuerung variiert wird. Der Vergleich der Outputs dient dazu, Framing-Effekte an Wortwahl, Beispielen und Stimmung nachvollziehbar zu identifizieren und zu beschreiben.

  • Didaktischer Schwerpunkt: kontrolliertes Variieren eines Prompt-Parameters zur Wirkungsanalyse
  • Typische Herausforderung: unbeabsichtigte Veränderungen am Prompt-Rahmen verfälschen den Vergleich
2

Negativen Prompt neutral machen: Handys in der Schule

Ausgehend von einer stark wertenden Ausgangsformulierung wird der Prompt durch Austausch weniger Schlüsselwörter in eine neutrale, abwägende Aufgabenstellung überführt. Didaktisch steht die bewusste Entschärfung von Ton und Richtung im Vordergrund, um faire Darstellung von Vor- und Nachteilen einzufordern.

  • Didaktischer Schwerpunkt: Framing erkennen und durch minimale Wortänderungen neutralisieren
  • Typische Herausforderung: starke Wertungen werden unterschätzt und bleiben implizit erhalten

Arbeitsauftrag (Auszug)

1. Erstellen Sie mehrere Prompt-Versionen, die sich nur in einem richtungs- oder tongebenden Wort unterscheiden.
2. Vergleichen Sie anschließend, wie sich Wortwahl, Beispiele und Stimmung der Antworten verändern.

Beispiel (Ausschnitt)

Ein kompaktes Beispiel verdeutlicht die didaktisch zentrale Minimaländerung (ein Wort) bei ansonsten konstantem Prompt-Rahmen.

1
2
3
4
Schreib einen Text über Hausaufgaben. 120 Wörter, einfache Sprache,
mit 2 Beispielen aus dem Schulalltag.
Schreib einen Text gegen Hausaufgaben. 120 Wörter, einfache Sprache,
mit 2 Beispielen aus dem Schulalltag.

Hinweise für die Unterrichtspraxis

Dieser Baustein macht Framing durch Minimaländerungen sichtbar und verbindet sprachliche Modellierung mit schrittweiser, vergleichbarer Umsetzung in Antworten.

Die klare Aufgabenstruktur unterstützt die Unterrichtsorganisation und erleichtert die Ergebnissicherung über kriteriengeleitete Vergleiche; Differenzierung ist über Erweiterungsaufträge gut möglich.

Fordern Sie einen Demo-Zugang an und erproben Sie den Baustein im eigenen Kurskontext, angepasst an Ihre Unterrichtsziele.